Von Eis- und Pandabären, aber kaum mehr von Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Ribisln, dabei sind Sie jetzt fast schon überreif. Sie waren nicht im Sattelschlepper durch den halben Kontinent unterwegs, sondern stammen aus unserer näheren Umgebung, mit all den Nachteilen des wechselhaften Klimas, ein Jahr zu trocken, ein Jahr zu nass... manchmal nicht ganz nach EU-Richtlinien sortiert, sondern wie gewachsen - aber geschmacklich immer eine Klasse für sich.
Das merkt man schon am Geruch, verführerisch süß und intensiv, an die Kindheit erinnernd, als man noch durch Wald und Lichtungen streifte, ein Milchkandl in der Hand, um sie selber zu pflücken. Und an die Bauerngärten hinter jedem Haus, voll mit Ribisl, Himbeer und Stachelbeeren...
Mein Tipp: Diese frischen Beeren gehen mit halb aufgeschlagem Obers und Sauerrahm eine harmonische „Beziehung" ein, herrlich dabei in der französischen Sprache das Wort „marriage", was soviel wie Hochzeit bedeutet, darüber zerzupft man/frau frische Apfelminze-Blätter und beträufelt das Gericht mit dem jeweils passenden Mautner Markhof Fruchtsirup, das erspart den Extra-Zucker und macht die Beeren im Geschmack noch intensiver.
Bleibt von dieser vitaminreichen „Fruchtbombe" etwas übrig, ergibt es, in der Eismaschine gefroren, das Dessert für nach dem Dessert, oder erinnert an den österreichischen Sommer, wenn er längst schon vorbei ist. Mahlzeit!
Ihr Manfred Buchinger,
Weinviertler Wirt mit internationaler Küchenchef-Vergangenheit.