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Veltliner

Herbstgefühle...

Mutterseelenallein sitze ich in Kronberg beim Heurigen
und sinniere in meine Minischreibmaschine, das Telefon,
weil ich zu früh da bin. Der Winzerwirt & Bauer deckt die Tische, es ist ein wunderschöner Nachmittag,
die Bäume haben wie jedes Jahr unheimliche Farben, Van Gogh'sche Bilder werden sichtbar, die Wärme der Sonne, im Rücken, steht mir der Sinn weder nach Absinth, auch nicht mit Champagne aufgspritzt wie in Hemingways „Tod am Nachmittag", nicht nach Conigliano „Grande Sprizz" Aperol (Bitteres von Rhabarber&Orangen, Prosecco, Soda), sondern nach dem G'spritzten vom Grünen Veltliner. Er perlt glitzernd im Glas, ist gut für´n Durst (Achtung Autofahrer, nicht übertreiben, sonst rächt sich das am Röhrl!), ideal zur deftigen Jausn. Am Feuerwehrfest wird er jetzt nobel „Spritzwine" genannt, als hätt´ so ein Klassiker das überhaupt nötig!

MEIN TIPP: Zur Blunz'n mit Mautner Markhof würzig- scharfem Kren, zur sauren Extrawurst mit Mautner Markhof Hesperiden Essig (mit feinen, roten Zwiebelringen und einem Schuss Kernöl perfekt inszeniert), zum Debreziner Würstel mit Mautner Markhof Englischem Senf, zum kalten Surbratl mit Kren und Senf, zum faschierten Laberl (da ist ein Löffel Senf auch schon im Laberl drin) passt er perfekt, der G´spritzte!

Er rundet diesen genussvollen Nachmittag fast ohne Menschen zum Erlebnis ab. In Japan würde ich jetzt zu den ganz, ganz Reichen gehören, im Weinviertel gehör ich einfach dazu.
Diesmal Prost meine Lieben!

Ihr Manfred Buchinger
Weinviertler Wirt mit internationaler Küchenchef-Vergangenheit.