...war vor Jahren ein Gassenhauer, als die Ziege noch Eisenbahnerkuh hieß und meine Tante Resi sich für den Duft, den ihre „Goas" in der Gasse verbreitete, schämte. Vieles Einheimische war lange Zeit verpönt, wenn auch Grund dafür, dass wir Kinder vom Land damals viel weniger Allergien hatten als heute. Nun, jetzt sind sie wieder da, Ziege und Schaf, alles Einheimische 'is back' und es ist so richtig Meins, mit diesen wunderbaren Zutaten zu kochen. Würde ich mit 56 plötzlich mit Molekularküche beginnen, ich wäre nicht „echt". Das wäre wie in der Formel 1, auch dort hat man nur beschränkte Mitfahrmöglichkeiten, ich gestehe, beides interessiert mich wahnsinnig, aber eben nur als Zuseher.
Zurück zu Ziege & Schaf - und zwar als Käse! Mit einfachen Mitteln können Sie Ihre Gäste beeindrucken und es kommt,wie in der Formel 1, aufs Tempo an....
MEIN TIPP: Käsegupferl (von Ziege und/oder Schaf) abgetropft auf den Teller geben. Ein Esslöffel Kristallzucker obenauf, mit der Lötlampe (eine gute Anschaffung für alle, die´s gerne süß und knusprig haben. Bitte Beipacktext lesen!) karamellisieren, mit etwas einreduziertem Mautner Markhof Holunderessig in einem künstlerischen „Foara" rund herum „zeichnen", ein knuspriger Zitronenkeks, etwas „Hollakoch" (Kompott von Hollerbeeren) dazu und schon sind wir Weltmeister für Gaumen und Auge! Mahlzeit!
Ihr Manfred Buchinger
Weinviertler Wirt mit internationaler Küchenchef-Vergangenheit.