Sie kamen an und küssten sich, als hätten sie sich Jahre lang nicht gesehen. Dabei waren sie nie vorher da...Am Beginn der 60er Jahre lernte ich sie durch italienische Köche aus dem Veneto kennen: gebraten, frittiert, gegrillt, sautiert, gefüllt, in Paradeisersauce, al arrabiata, als Curry etc. In meinen Kochkursen in der VHS Wolkersdorf stellte ich diese hübschen, kleinen Dinger (sie sind wirklich zum Verlieben) vor: Zucchini. Im Jahr danach bevölkerten sie schon die Weinviertler Komposthaufen, waren sehr dankbar (dort gedeihen sie besonders gut), wurden riesengroß. Erst viel später wurden sie qualitätsbewusst auch als kleine Exemplare wohlschmeckend, sogar die Blüten wurden gefüllt verwendet, die Veganer entdeckten das Carpaccio von selbigen, Zucchinisuppen wurden heiß und kalt, gebunden oder klar mit Safran und Shrimps kredenzt. Sie waren Hit bei Tupperware Parties, in dem Fall gefüllt mit Faschiertem. Ich selbst halte es lieber mit dem puristischen Miro´schen Weglassen...
MEIN TIPP: Man nehme ein Butterbrot, natürlich ein schönes Schwarzbrot, getoastet. Belege es mit sonnengereiften, in Olivenöl gebratenen, längs geschnittenen Zucchinischeiben, darüber grobes Meersalz und über alles wirklich verschwenderisch Mautner Markhof Pfirsichbalsamico träufeln. So können sie ihr liebliches Aroma am besten entfalten.
Übrigens: Mautner Markhof Balsamico Essige kann man selbst wunderbar „reduzieren", das heißt „eindicken" und das Ergebnis nach einigen Stunden sanfter Kochzeit ist eine herrlich duftende „Quintessenz", die vielseitig verwendbar ist.
Macht beispielsweise auch Fleischsaucen wunderbar mollig.
Experimentieren Sie! Mahlzeit!
Ihr Manfred Buchinger
Weinviertler Wirt mit internationaler Küchenchef-Vergangenheit.